Auf dem Marktplatz zu Erpel am Rhein
A poem by Dr. Ludwig Noll

View across the market place to the House Busch Erpel's market place with its 100 year old sycamore tree

 

Die alten Häuser in der Runde

Sie stehen träumend, geben Kunde

Von längst vergangenen, fernen Tagen,

Und ihre Fachwerkgiebel ragen

Empor im hellen Sonnenschein

Auf dem Marktplatz zu Erpel am Rhein.

 

Und die Platane rauschet leise.

Aus weißen Steinen rund im Kreise

Ist eingelegt des Wappens Zierde

Im Boden dort. Fest steht mit Würde

Die Pumpe auf dem Pumpenstein

Auf dem Marktplatz zu Erpel am Rhein.

 

Schon lang ist's her. Als Lausejungen

Sind froh wir dort herumgesprungen

Und spielten Hasen "Flapp" geheißen

Da auf den Steinen, auf den weißen,

Auch um die Pumpe ging das fein

Auf dem Marktplatz zu Erpel am Rhein

 

Und als wir dann Studenten waren,

Da mahnte in den späteren Jahren

Gar oft der Wächter in der Nacht

Zur Ruhe uns, dieweil mit Macht

Wir sangen an den Mondenschein

Auf dem Marktplatz zu Erpel am Rhein.

 

Vorbei ist alles! und mit Freuden

Und Wehmut denk' ich jener Zeiten

Und an das fröhliche Geschehen.

Noch einmal möcht' ich wieder stehen

Dort auf dem Platz, dreieckig, klein,

Auf dem Marktplatz zu Erpel am Rhein.