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... Der Weg zum
Rhein führt über historischen Boden, über römisches Lagergebiet, durch
die römischen Reservestellungen gegen das feindliche Germanien, um mit
modernen Worten zu sprechen, führt hinauf zu einem steilen, jäh zum Rhein
hin abfallenden Felsvorsprung, zur Erpeler Ley, auf der an der selben
Stelle, wo vor wenigen Jahren noch Oster- und Martinsfeuer abgebrannt
wurden, vor 76 Jahren als Wahrzeichen des Gaues eine große schwarz-rot-goldene
Flagge wehte.
Hinter der Erpeler
Ley verbirgt sich, von dem gewaltigen Felsen und den anschließenden Rheinhöhen
umgeben, das so malerische und reizvolle Erpel.
1116 als Herpille
und 1167 als villa Herpell bekannt, liegt Erpel in der Mitte der drei
für den näheren heimisch-romantischen Rheinzauber bedeutungsvollen Stimmungsidyllen
Unkel, Erpel, Linz.
Mit den beiden
Nachbarorten, besonders mit Linz, hat Erpel einen großen Teil der Geschichte
gemeinsam, die in politischem Rahmen gesehen, die Geschichte des Erzbistums
Köln ist. Wie bei vielen rheinischen Städten ist auch in Erpel immer wieder
der Kampf des Bürgertums mit dem Domkapitel zu beobachten. Dem Domkapitel
wurden in Erpel Versprechen und Bauunterpfände gegeben, und immer wurden
sie gebrochen, bis Erpel sich als freie Bauernvogtei durchsetzen konnte.
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Die Erper Ley auf einer Radierung
von Prof. Heinrich Reifferscheid aus dem Jahre 1921

... und wie sie sich dem Betrachter heute darstellt
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Ganz
vom Zauber heimatlicher Schönheit und heimischen Eigenlebens umwoben erschien
mir Erpel, als ich an einem Maiensonntag durch weitklingende Dorfmusik angelockt,
mich von einem Fährmann in blauem Kittel über den Rhein dem festlichen Dorfe
zurudern ließ. Straße
um Straße, Haus um Haus stand in frischem Maiengrün. Junge Bäumchen, in
denen der Duft frisch geschossenen Maiensaftes lag, gaben dem Dörfchen das
Aussehen eines von feinen Kinderhändchen aufgestellten Dorfbaukastens, in
dem Grün und Weiß und Schwarz und Rot sich bunt abwechseln. Das Weiß und
Schwarz der Fachwerkhäuser lugte frisch geputzt unter dem Grün der Maien
hervor, zu dem das Rotbraun der Ziegeldächer, mit dunklem Moos behangen,
sich traulich abstimmte. Und wenn auch immer ich nach Erpel kam, das Fachwerk
erschien mir gleich blank, als ob es jeden Samstag mit den Stuben aufs neue
geputzt würde. Es ist eine Eigenart für Erpel, daß hier die Häuser durchweg
auf den einen Ton Schwarz-Weiß gehalten sind, was den Straßenbildern etwas
Feierlich-Festtägliches gibt. |
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Von den Dorfplätzen
ist der am Ausgang des Ortes nach Linz hin gelegene der reizvollste, wo
sich um ein Dreieck schmucke Fachwerkhäuser mit einer alten Pumpe und
noch älteren Linde in der Mitte zu einem Stück mittelalterlicher Bürgerromantik
vereinen.
Aus den so ruhig dahinziehenden Straßen ragen drei Bauwerke, den erfreulich
gleich gestimmten Ton des Ortes überstimmend, wie scharfe Akzente eigenwillig
heraus: das barocke freistehende Rathaus, mit einer großen Geste des 18. Jahrhunderts
etwas mitleidig auf das Kleinbürgerleben herabblickend, das Stadttor nach
Unkel hin, wie gegen Köln, innerlich verbittert und äußerlich trotzend,
abwehrend und die sich um weltliche Dinge nicht kümmernde Kirche.
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Der Marktplatz im Sommer 2001
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Dem hl. Severinus
geweiht, anfangs einschiffig in romanischem Stile gebaut, ist sie in späterer
Zeit vielfach verändert und leider auch verdorben worden.
Als ich den Pfarrer
von Erpel bat, mir etwas von den Kirchenschätzen zu zeigen, fiel mir neben
der reich gearbeiteten Monstranz aus dem Ende des 16. Jahrhunderts ein
Meßbuch auf, das laut einer Inschrift 1420 von einem Rektor Chrispian
zu Bruchhausen geschrieben worden ist ...
Text:
Dr. Otto Peters / Stadtarchiv Bonn 41/23 c (Auszug)
Ich
danke dem Heimatforscher Willi Christmann (
2004), der mir diese Information zur Verfügung gestellt hat.

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