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Und
trotz der braunen Färbung des Wassers sei sie sich sicher, dass der Rhein
sauberer sei als so manches Freibad, fügte sie hinzu. Dafür führte der dieses
Jahr zwar kein Hochwasser, aber ungewöhnlich hoch für die Jahreszeit waren
die Fluten des Rheins angestiegen. "Halten sie sich nach dem Start direkt
Richtung Strommitte, damit sie nicht in die Strudel im Bereich der Rampe geraten",
warnte deshalb Rudolf Weichsel als Sicherheitsbeauftragter des Vereins die
Schwimmer.
"Außerdem
müssen sie etwa 500 Meter vor dem Ziel am Clubheim direkt auf das Ufer zuschwimmen.
Wer weiß wo sie sonst an Land kommen bei der Strömung, denn die ist viel stärker
als sonst. Der Rhein fließt drei Stundenkilometer schneller", riet er eindringlich.
"Möglicherweise sind deshalb auch dieses Jahr mit 675 Schwimmern etwas weniger
Teilnehmer angereist als die Jahre zuvor", mutmaßte Gregor Schulte. In Unkel
kursierte sogar Tage zuvor das Gerücht, das 9. Rheinschwimmen des Kanuclubs
müsse wegen der starken Strömung abgesagt werden.
Grünes
Licht
Aber
nach einem Testschwimmen Mitte der Woche konnten die Experten grünes Licht
geben, zumal die Schwimmer von Kanusportlern des Vereins sowie von Boote der
Remagener Wassersportler, der Feuerwehren aus Unkel und Kripp sowie der DLRG
eskortiert wurden. Und über allem wachte zudem die Wasserschutzpolizei. So
konnten sich die Schwimmer der ersten Staffel, unter ihnen Bürgermeister Werner
Zimmermann zusammen mit Sohn Werner, seines Zeichens Unkeler Bürgerkönig,
pünktlich um 13.30 Uhr in mehrere Gruppen eingeteilt bei herrlichstem Sonnenschein
in die 23 Grad warmen Fluten stürzen. Ganz Vorsichtige hatte sich mit "Schwimmflügelchen"
gesichert, andere nahmen Krokodile und Delfine mit auf die rund drei Kilometer
lange Reise.
Einige
schienen sogar reif für die aufblasbare "Insel mit Palme" zu sein. Angekommen
sind sie aber alle, die schnellsten Schwimmer mit oder ohne Flossen nach gut
25 Minuten, gemütlich "paddelnd", das Sich-Treiben-lassen in der Strömung
genießend etwa später die anderen.
Vitaminstöße
Nach
einer kräftigen Dusche ging es zur Desinfektionsstelle, die mit Hochprozentigem
oder Vitaminstößen auf die Sportler wartete. Die waren von einer begeisterten
Menschenmenge bereits sehnsüchtig erwartet und mit entsprechend lebhaftem
Applaus empfangen worden. Volksfeststimmung herrschte so rund um das Clubheim,
die von den "Lau-Sitzern" mit schmissiger Musik noch aufgeheizt wurde. Trotz
aller guten Stimmung vergaßen die Kanufreunde, als Unkeler Hochwasser erprobt,
nicht die Opfer der Flutkatastrophe in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.
Den gesamten Erlös des Festes, vor allem aus dem Verkauf der Tombola-Lose,
werden sie zur Unterstützung der Menschen in den am stärksten betroffenen
Gebieten spenden. Und auch die lustigen Musikanten werden ihre Festvergütung
diesem guten Zweck zur Verfügung stellen.
Dann
aber gewann beim schon traditionellen "Rheinischen Nachmittag" am Bootshaus
doch wieder die fröhliche Stimmung die Überhand. Mit Spannung warteten Gäste
und Teilnehmer am Rheinschwimmen, die alle stolz ihre Urkunde in Händen hielten,
auf die Ehrung der "besonderen" Rheinschwimmer. So konnte Gregor Schulte den
Vertretern der Wassersportfreunde aus Remagen und Oberkassel den Preis für
die größte Gruppe überreichen. Mit jeweils annähernd 40 Mitgliedern waren
sie dabei gewesen. Teilen mussten sich die Preise der jüngsten Schwimmer auch
die beiden sechsjährigen, Jakob Göbel aus Bonn und Yannick Weber aus Unkel.
Internationale
Beteiligung
Dagegen
war die vierjährige Ittenbacherin Julia Schimanietz eindeutig die jüngste
Teilnehmerin. Wie bereits im Vorjahr konnte der Essener Karl Ruhrmann, für
Gregor Schulte schon ein alter Bekannter, den Preis für den ältesten Rheinschwimmer
in Empfang nehmen, während Annemarie Ten Haaf aus Bad Honnef, ebenfalls eine
überzeugte "Wiederholungstäterin" mit 80 Jahren dieses Jahr die älteste Teilnehmerin
war. "Bei der Ermittlung der Teilnehmer, die die weiteste Anreise hinter sich
haben, braucht sich keiner aus Deutschland zu melden", erklärte Gregor Schulte
einer schon siegesgewissen Kielerin.
Internationale
Beteiligung am Rheinschwimmen des Kanu-Clubs hat schon Tradition. So war Viviana
Hanke aus Portugal angereist, während Angel Jesus Cuenca Cajigal sogar das
schöne Kuba verlassen hatte, um im romantischen Rhein zu baden.
Text und
Foto: - DL -

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