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Unkeler
Kanu-Club hatte zum 11. Rheinschwimmen eingeladen Gut 500 Schwimmer stürzten sich von der Nato-Rampe in die Fluten |
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Überrascht hielten zahlreiche Passanten der Erpeler Rheinfront am Sonntagnachmittag ihr Gefährt auf der B 42 an und beobachteten interessiert, was die rund 200 Leute am Ufer des Stroms da unten so trieben. Mit Krokodilen, dicken Autoreifen oder auch nur einem kleinen Badewanne-Entchen bewaffnet, in schlichten Badeanzügen oder Neopren-Anzügen hatten sich die Teilnehmer der ersten Staffel zum Rheinschwimmen 2004 an der Nato-Rampe versammelt, um die etwa drei Kilometer lange Strecke bis zum Clubhaus des Veranstalter, des Kanuclubs Unkel, im Strom zurückzulegen. Bevor sie sich jedoch ins 24,7 Grad warme Nass stürzen konnten, erhielten sie vom "Sicherheitsoffizier", dem Vorsitzenden Rudolf Weichsel, noch einige gute Ratschläge. Gefährliche Strudel gibt es auf der Strecke zwar nicht und auch keinen Berufsschiffsverkehr auf der rechten Rheinseite. Genau die galt es jedoch für die Schwimmer unter Beachtung der Bojen nicht zu verlassen. Darüber wachten neben der Wasserschutzpolizei die Feuerwehren Unkel und Kripp unter Leitung von Axel Rotter, dessen Chef, Wehrführer Heinz-Josef Fröhlich, sich zusammen mit Verbandsbürgermeister Werner Zimmermann ins kühle Nass begab. Unterstützt wurden die Floriansjünger zudem auf dem Wasser von Kanuten und Kanadier des Veranstalters und vieler Wassersportvereine vom Mittelrhein sowie an Land von der DLRG-Ortsgruppe Unkel/Bad Honnef und natürlich vom Deutschen Roten Kreuz. Vor zehn Jahren hatte Gregor Schulte, inzwischen Cheforganisator beim Unkeler Rheinschwimmen, die Veranstaltung ins Leben gerufen. Wir haben ganz klein angefangen, mittlerweile kommen Hunderte aus ganz Deutschland, um sich in den Wellen der vorbeifahrenden Schiffe nach Unkel treiben zu lassen und so ein herrliches Naturerlebnis zu genießen", schwärmt er vom Rheinschimmen. Und das ist auch gesundheitlich völlig unbedenklich. Das Wasser des Rheins hat mittlerweile wieder Badewasserqualität, wie uns das Landesamt für Wasserwirtschaft bestätigt", betonte Rudolf Weichsel. |
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Die entsprechenden Werte würden in der Urlaubszeit sogar weit unterschritten, da die Kläranlagen nicht so beansprucht seien und auch von einer toxikologischen Belastung sei keine Spur, freute er Rheinschwimmer gruppenweise über den blauen Teppich juchzend vor Vergnügen auf die Strecke machten. "Das Gewebe verhindert, dass die Schwimmer vorschnell auf den glitschigen Steinen der Rampe ins Wasser sausen und sich verletzen", erklärte Rudolf Weichsel schnell, um schon die Vorbereitungen für die zweite Staffel in Angriff zu nehmen. Strahlende Gesichter gab es nach der gelungenen Sport-Veranstaltungen anschließend beim rheinischen Nachmittag rund um das Clubhaus. "Wir haben zwar unseren Rekord aus 2001 mit damals 870 Schwimmern bei weitem nicht erreichen können. Aber das war wohl auch ein ganz besonderes Jahr. Und Hauptsache ist doch, dass die Leute ihren Spaß hatten", zeigte sich Gregor Schulte hochzufrieden. Das war auch der notorische Nichtschwimmer, Bürgermeister Gerhard Hausen. Eine tollere Werbung für Unkel kann man sich gar nicht vorstellen", schwärmte er von dem durchschlagenden Erfolg des engagierten Unkeler Vereins. Und auch Cilly Adenauer, die ihren quasi noch "rheinwasser-nassen" VG-Chef in den Urlaub entlassen hatte, zollte den Kanuten höchste Anerkennung. Nur wer selber im Vereinsleben aktiv ist, kann ermessen, was für eine Leistung ihr bei der Organisation und Durchführung dieser größten Sportveranstaltung der Verbandsgemeinde leistet", lobte sie den Kanu-Club. Der hatte zur musikalischen Unterhaltung seiner Gäste eine Studenten-Big-Band aus Stuttgart aufgeboten, die zu flottem Jazz und Swing aufspielte. Mit zum Rahmenprogramm gehört jedoch auch die mit Spannung erwartete Auszeichnung der "Spitzenkräfte". So überreichte Gregor Schulte der Dormagenerin Gabriele Kammerl und Richard Hahn aus Neuwied als ältesten Teilnehmern ein Badetuch. Während der 77-Jährige bereits zum achten Mal das Unkeler Rheinschwimmen mitgemacht hatte, war es für die ein Jahr jüngere, gebürtige Münchnerin eine Premiere. Ich bin für meine in Köln lebende Tochter eingesprungen, die sonst regelmäßig mit meinem Schwiegersohn teilnimmt, dieses Jahr aber eine Babypause einlegen muss", berichtete sie. Sichtlich das Bad in den Wellen genossen hatte die achtjährige Bonnerin Jana als jüngste weibliche Teilnehmerin. Dagegen gestand der fünfjährige Hendrik aus Sankt Augustin ehrlich: "Das Schönste war, wieder an Land gehen zu können!" Etwas mehr Sicherheit wird ihm vielleicht die Luftmatratze verleihen, die er wie auch Jana als Preis erhielten. Zunächst schien der Preis für die am weitesten angereiste Schwimmerin an Wong Ming Ee aus Singapur zu gehen, die in Begleitung der Stuttgarter Band nach Unkel gekommen war und sich das Rheinschwimmen nicht hatte entgehen lassen. wollen. Dann aber meldeten sich noch Susanna Jelley und Tochter Rebecca aus Neuseeland. "Wir sind natürlich nicht extra wegen des Unkeler Rheinschwimmens herüber gereist. Aber als wir von unseren deutschen Freunden davon hörten, war für uns sofort klar, dass wir uns diese tolle Sache nicht entgehen lassen würden", berichtete sie. Bei weitem keine so lange Strecke hatte Ben Murphy hinter sich bringen müssen. Der Engländer war aus York angereist und hatte seinen ersten Badespaß in natürlichem Gewässer ebenso genossen wie die Mitglieder des Wassersportvereins Remagen, der wie schon viele Jahre zuvor wieder die größte Teilnehmergruppe stellte. Text und Fotos: - DL - |
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