Neuigkeiten aus der Alten Herrlichkeit

Beim Osanna-Markt Schnäppchen gemacht

Der alljährliche Trödelmarkt lockte am Sonntag wieder viele Besucher nach Erpel

In Erpel war am Sonntag wieder Schnäppchenjagen angesagt. Für den Brauchtumsverein „Freunde des Erpeler Weinfestes“ veranstaltete Heino Schmitz den beliebten Osanna-Markt, der nach der ältesten und größten Glocke der Erpeler Pfarrkirche benannt ist. Der Markt trägt den Namen dieser Glocke, da er 1988 anlässlich des 600-Jahr-Jubiläums des Glockengusses erstmalig stattfand.

Der Osanna-Markt lockte zahlreiche Schnäppchenjäger in die „Herrlichkeit“ Erpel.
Der Osanna-Markt lockte zahlreiche Schnäppchenjäger in die „Herrlichkeit“ Erpel.

Die Erpeler nutzten die Gelegenheit, am Trödelmarkt in Erpels Ortskern teilzunehmen, und drapierten ihre alten Schätze auf Tischen, in Regalen und auf dem Boden. Auch Inge Schmitz machte beim Trödeln mit: „Der Osanna-Markt ist gemütlich und heimisch. Hier kommt man mit netten Menschen ins Gespräch“, sagte sie. Die Schnäppchenjäger bummelten durch die Frankfurter Straße und schauten sich die Trödelstände an. Omas Porzellan war genauso zu haben wie Weihnachtskugeln und Lampen, Kuchenplatten und Vasen aus Kristallglas. „Guck mal, so eine alte Wärmflasche haben wir auch“, stellte eine Besucherin fest, die wie viele andere Gäste des Osanna-Marktes in Omas Zeiten versetzt wurde.

Auch Touristen wie eine Familie aus Hastings konnten sich einen schnellen Überblick verschaffen, was deutsche Haushalte in den vergangenen Jahrzehnten als notwendig erachteten: von der historischen Wärmflasche über hölzerne Kaffeemühlen bis zum gusseisernen Brattopf. Wer kein bestimmtes Buch suchte und trotzdem das Außergewöhnliche erwartete, kam dort wunderbar zurecht. Denn mit dem historischen Reiseführer über Norwegen oder dem Buch „Die Schüsse auf J. F. Kennedy“ konnten Leseratten gegen Langeweile vorbauen. Auch die Kinder kamen auf ihre Kosten: Eine Menge gebrauchter Spielsachen und Kinderbekleidung bekamen neue Besitzer. Auch die großen Stoffpuppen Ernie und Bert boten sich an, in ein neues Zuhause zu ziehen.

Thomas Moritz aus Puderbach stellte seinen Trödel zum wiederholten Male in der Frankfurter Straße aus: „Ich mag die familiäre Atmosphäre. Die Aussteller treffen sich hier jedes Jahr und sind mit dem Veranstalter gut befreundet. Ich habe gehört, dass der Herbstmarkt nicht stattfinden soll. Das finde ich schade, denn ich komme gern hierhin.“ Nach Informationen des Brauchtumsvereins sei der Herbstmarkt so dicht nach dem Erpeler Winzerfest personell nicht mehr zu stemmen. Heino Schmitz gibt sein Amt an einen Nachfolger ab, der zukünftig den Osanna-Markt organisiert. „Wir sind alle Ehrenamtler und kurz vor dem Termin des Herbstmarktes noch mit dem Winzerfest beschäftigt. Die Zeit ist zu knapp“, erklärte Hans-Jürgen Freund vom Brauchtumsverein. Der Verein würde sich daher freuen, wenn sich Freiwillige finden, die den Herbstmarkt 2018 organisieren wollen.

Rheinzeitung vom 4. Juli 2017 / Text und Foto: Simone Schwamborn

09:24:00 am 06.07.2017 von Erpel - Kategorie: Presse

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