Neuigkeiten aus der Alten Herrlichkeit

Verein will junge Leute für Historie Erpels begeistern

Förderung: Archiv im Neutor wird digitalisiert

Die Geschichte von Erpel, auch die der Erpeler Vereine, soll nicht nur archiviert, sondern auch weiter inventarisiert und digitalisiert werden. Dafür gibt es jetzt 1.700 Euro aus dem Leaderprogramm, das in diesem Jahr auch ehrenamtliche Bürgerprojekte fördert.

Heribert Siebertz, der sich bereits um die Sanierung des Neutors verdient gemacht hat, will auch die Erpeler Dorfgeschichte bewahren. Das Archivgut soll nun digitalisiert werden.
Heribert Siebertz, der sich bereits um die Sanierung des Neutors verdient gemacht hat, will auch die Erpeler Dorfgeschichte bewahren. Das Archivgut soll nun digitalisiert werden.

Der Freundeskreis Neutor Erpel renovierte bereits die ehemalige Küsterwohnung am Pfarrheim. Hier lagert Heribert Siebertz, dem die Geschichte von Erpel besonders am Herzen liegt, nicht nur seine seit Jahren gesammelten Dokumente und Exponate rund um die Historie der Alten Herrlichkeit. Auch Erpeler Vereine haben Geschichtsträchtiges aus ihrer Vergangenheit hier abgelegt. „Wir wollen jetzt Bestandsaufnahmen machen, alles archivieren, um es wiederfinden zu können“, erläutert Siebertz, der zusammen mit seinen Mitstreitern bereits jahrelang das mittelalterliche Erpeler Neutor sanierte, in dem er auch Exponate rund um die Ortshistorie untergebracht hat. Er mietete auch die ehemalige Küsterwohnung in dem historischen Gebäude, das der Kirche gehört. Zusammen mit seinem Rentnerteam renovierte er sie in Eigenregie. Mit dem Geld will der Freundeskreis jetzt Computer, Scanner, Kopierer und andere Ausrüstung anschaffen. „Wir wollen so außerdem junge Leute für das Ehrenamt begeistern. Sie haben Spaß und Ahnung von der Technik. Hier geht es nicht mehr um verstaubte Archivarbeit, sondern die Geschichte soll mit moderner Technik aufgearbeitet werden. Wir hoffen, junge Menschen dafür begeistern zu können“, erläutert Siebertz das Vorhaben.

Es existiert in Erpel bereits ein umfangreiches Archiv in einem Archivraum im Bürgerhaus, der schon lange aus allen Nähten platzt. Die Geschichte von Erpel der vergangenen fast 100 Jahre füllt Hunderte Aktenordner. Uralte Aufzeichnungen von Vereinen und der Gerichtsbarkeit in Erpel, die noch viel älter sind, füllen außerdem zwei große Schränke. Archivarin Verena Geraets sorgt schon seit mehr als 14 Jahren dafür, dass alles, was über Erpel publiziert wird, nach Themen und Jahren sortiert, zum Nachschlagen in dicken Ordnern akribisch gesammelt wird.

Vieles, was nicht in Aktenordner passt, ist bei Siebertz im Neutor zu finden oder eben in der ehemaligen 130 Quadratmeter großen Küsterwohnung. „Es ist jedoch nicht alles inventarisiert“, sagt Siebertz, der davon träumt, ein umfassendes Dorfarchiv aufzubauen, damit die Geschichte nicht verloren geht. „Wir wollen unsere Dorfgeschichte endlich auffindbar machen“, sagt er. Fernziel könnte auch sein, dass das Archiv in die alte Küsterwohnung mit umzieht, meint Siebertz.

Rhein-Zeitung vom 5. August 2016 / Text und Foto: Sabine Nitsch

14:12:00 am 06.08.2017 von Erpel - Kategorie: Presse

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