Blick auf die Erpeler Ley mit Gipfelkreuz

Erpeler Ley

Dort, wo der Rhein, nachdem er die Ahr aufgenommen hat, eine entscheidende Richtung nach Nordwesten verfolgt, springt auf der rechten Seite der mächtige Basaltfels der Erpeler Ley bis dicht ans Ufer vor. Neben der vielbesungenen Loreley und dem sagenumwobenen Drachenfels gehört die 191 m hohe Erpeler Ley zu den markantesten Felsen im Rheintal. Die Ley zeugt von der Geschichte der Eifel und des Westerwaldes als Vulkanlandschaft vor rund 25 Mio. Jahren. Mit der Entstehung des Schiefergebirges und Verlagerung des Rheinbettes vor etwa 800.000 Jahren, entstand aus dem erstarrten Lava in einem ehemaligen Vulkanschlot der heutige Basaltfels. Für die jetzige Form ist der Basaltabbau verantwortlich. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Erpeler Ley als Steinbruch genutzt. Nach einer kurzen Wiederaufnahme des Abbaus nach dem 1. Weltkrieg wurde der Fels 1941 zum Naturschutzgebiet erklärt. Jüngst wurde die Erpeler Ley zudem von der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien als nationaler Geotop ausgezeichnet.

Ausblick von der Erpeler Ley

Auf der Südkuppe der Erpeler Ley wurde im Gedenken an die erste Fahrt mit einem lenkbaren Luftschiff der Zeppelinstein errichtet. Ein Unwetter zwang am 2. August 1909 den Grafen Zeppelin, über der Erpeler Ley zu wenden und umzukehren. Vom Plateau selbst erblicken Sie ein hohes Holzkreuz. Es wurde kurze Zeit nach dem Ende des Krieges zum Gedenken an die Opfer im Kampf um die Ludendorffbrücke Erpel-Remagen in den Kriegsjahren 1944/45 errichtet und inzwischen Dank großzügiger Spenden von Erpeler Bürgern und Bürgerinnen erneuert. Am Fuße der Erpeler Ley, unmittelbar an der B 42, mahnen die Reste der Brücke zum Frieden. Wenn Sie das Kreuz erreicht haben, sollten Sie sich viel Zeit nehmen, um den einmaligen Panoramablick zu genießen: Unter uns liegt der malerische Ort Erpel, auf der anderen Rheinseite die Römerstadt Remagen, dahinter reicht unser Blick unendlich weit in die Eifel. Flussabwärts schauen wir auf Unkel und dahinter buckeln die Berge des Siebengebirges.

Aussicht in das Rheintal Richtung Linz
Aussicht in das Rheintal

Plateau der Erpeler Ley
Blick über das Ley-Plateau

Blick auf Erpel von der Erpeler Ley
Blick auf Erpel von der Ley

Fels der Erpeler Ley mit Leye Loch
Leye Loch im Felsen

Aber auch der Blick flussaufwärts von der Südkuppe wird Sie in den Bann nehmen: Wir erblicken am Rhein das Dorf Kasbach, dahinter die "Bunte Stadt" Linz. Verfolgen wir den Strom weiter, sehen wir die Badestadt Hönningen und bei guter Fernsicht schauen wir bis nach Andernach. Schwenken wir unseren Blick auf die Ausläufer der Westerwaldhöhen, sehen wir die Dörfer Ohlenberg, Ockenfels und Dattenberg. Jenseits des Stromes schauen wir auf den Remagener Stadtteil Kripp; hier dehnt sich das große Gebiet der "Goldenen Meile" aus, und mittendrin liegt das Mündungsgebiet der Ahr. Wenn Sie das Plateau wieder verlassen, gehören Sie mit Sicherheit zu dem Personenkreis, der behauptet: Der Panoramablick von der Erpeler Ley gehört mit zu den Schönsten des ganzen Rheintals!

So erreichen Sie die Erpeler Ley

Von Erpel aus führt eine Fahrstraße zum Plateau der Ley, wo Sie parken können. Wenn Sie den Gipfel auf Schusters Rappen erobern möchten, können Sie auf einem der Parkplätze im Ort parken. Von hier dauert der Fußmarsch zwischen 20 und 30 Minuten. Bei der Benutzung der Waldwege empfehlen wir festes Schuhwerk, ansonsten gehen Sie am Besten über die Fahrstraße. Auch vom Bahnhof aus, lässt sich die Erpeler Ley wunderbar zu Fuß erreichen. Wenn Sie mit dem Bus nach Erpel kommen, steigen Sie am besten an der Haltestelle "Erpel Bahnhofstr." oder "Erpel Fähre" aus. Ein Besuch der Erpeler Ley lässt sich sehr gut mit einem Besuch im romanstischen Ortsteil Orsberg verbinden. Von der Ley führt ein Spazierweg in knapp 30 Minuten durch den Wald direkt nach Orsberg. Ebenso führen verschiedene Wanderstrecken an der Erpeler Ley vorei.